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2011, Bericht LXLII

In Ferienbericht_, Uncategorized, Wochenbericht am 26. Dezember 2011 von braendli

Ich sitze hier im mit Schaffellen belegten Lehnstuhl mit hochgelagerten Beinen und esse Weihnachtsguetzli. Die Spitzbuben sind etwas dunkel (fast Negerli), weil ich während des Backens mit meiner Mutter telefonierte. Draussen pfeift der Wind um die Ecken, es regnet immer wieder und es ist heute kaum Tag geworden. Typisches Weihnachtswetter für diese Region, lasse ich mir sagen. Etwas weiter im Norden, etwa zwischen Bergen und Trondheim hat es heute Nacht sehr kräftig gestürmt. Viele Haushalte sind ohne Strom, Telefon- und Mobilnetz, Strassen sind gesperrt und zurzeit fährt im ganzen Land kein Zug. Man sagt, es sei mehr als dreissig Jahre her, seit es so stark gestürmt habe. Bis 200 km/h wurden gemessen, dann brach die Messung ab. Es ist der Messstation wohl gleich ergangen, wie den Verkehrsampeln und –schildern, die einfach abgeknickt wurden. Segelschiffe wurden aufs Land gespült und Asphaltplätze aufgerissen und in Kiesplätze umgewandelt. Zum Glück hat man bis jetzt noch von keinem Personenschaden gehört.
Die letzten beiden Tage habe ich das erste Mal Weihnachten in Westnorwegen gefeiert. Die Weihnachtsessen sind hier regionabhängig. Bei Øyvinds Mutter in Oslo gibt es Schweineseite mit knuspriger Kruste/Schwarte, hier im Westen gesalzene und getrocknete Schafrippli mit Kartoffeln und Bodenrübenpuree. Ich kann mir delikateres Weihnachtsessen vorstellen, aber bei den traditionsliebenden Norweger kommt selten neues auf den Weihnachtstisch. Zum Dessert gab es eine Mischung aus Milchreis und Schlagrahm, in welcher eine geschälte Mandel versteckt ist. Wer die Mandel findet, bekommt ein kleines Geschenk und hat im nächsten Jahr Glück.
Alle Geschenke werden am Heilig Abend ausgepackt, auch die von den Grosseltern oder anderen Leuten, die man über Weihnachten besucht. Mir hat es immer gefallen, dass es im Laufe der Weihnachtszeit mehrmals Päckli gab und für die Geber ist es doch auch schön, wenn sie beim Auspacken zusehen können. Es wird auch nicht so viel auf einmal. In Norwegen gibt es für die Kinder oft so viele Päckli, dass ihnen das Auspacken gegen den Schluss verleidet.
Wir waren am Heilig Abend bei Øyvinds Vater und dessen Frau zu diesen Schafrippli eingeladen. Wir hatten es schön ruhig, da keine Kinder anwesend waren. Das war gut so, denn Øyvind und ich waren etwas müde nach der Heimreise von Gran Canaria, die schon um vier Uhr morgens begonnen hatte. Am ersten Weihnachtstag war dann die ganze Familie mit Kind und Kegel zum Truthahnschmaus versammelt. Zum Truthahn gab es Kartoffeln, Blumenkohl, Rüebli und Waldorfsalat. Ich habe mich gerade schlau gemacht und herausgefunden, dass dieser aus Kohl, blauen Trauben, Baumnüsse, Äpfel, Stangensellerie und Ananas bestehender und in Mayonnaise und Schlagrahm ertränkter Salat, seinen Namen nicht etwa von den Anthroposophen und Rudolf Steiner hat, sondern vom Hotel Waldorf in New York, das diesen Salat 1896 das erste Mal servierte.
Wie schon erwähnt waren wir auf Gran Canaria. Wir haben eine Woche Licht und Sonne getankt und fleissig Vitamin D hergestellt. Wir waren in einer ruhigen Bungalowanlage einquartiert, die vom Golfplatz von Maspalomas umgeben ist. In der Nacht hörte man keinen Mucks, obwohl fast alle Bungalows belegt waren. Wollte man nicht im Restaurant auf der Anlage essen, musste man mindestens 15min spazieren. Uns passte das gut, doch den Festbrüdern, die mit uns im Flugzeug sassen, wäre es wohl zu abgelegen gewesen. Es war genug warm, um am Tag im T-Shirt und den kurzen Hosen auf Exkursion zu gehen. Gegen Abend kam oft Wind auf und man brauchte lange Hosen und einen Pullover. Ich war aber froh, dass ich auf Øyvind gehört hatte und die Regenjacke zu Hause gelassen hatte.

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Gran Canaria hat knapp 800’000 Einwohner und wird jährlich von 2.8 Mio. Touristen besucht (glaubt man Wikipedia). Wir haben den südlichen Teil der Insel gesehen, der steinig und wüstenartig ist. In aus Netzen, Plastik und Armierungseisen gebauten Gewächshäusern werden Tomaten, Bananen und andere Früchte gezüchtet. Das geht natürlich nicht ohne Bewässerung. Hauptsaison für den Tourismus ist der Winter, doch davon haben wir nicht viel gemerkt. Es kam uns vor, als ob man überall ein bisschen zu optimistisch geplant hätte. Parkhäuser waren mehr als halbleer, in vielen Einkaufszentren war nicht die Hälfte der Lokale ausgemietet und trotzdem baute man mehr. Wir besuchten Las Palmas mit dem öffentlichen Bus. Der raste über die Autobahn vorbei an allen Kleinwagen, dass uns etwas Angst wurde. Las Palmas war fast eine Geisterstadt. Wo waren all die Leute und Touristen? Wir haben weder diese noch die schönen Ecken der Stadt gefunden. An einem anderen Tag nahmen wir den Bus nach Puerto Mogan, das als Venedig ‚en miniature’ verkauft wird. Wir hatten uns in einer Stunde ein Bild von den zwei Kanälen und den fünf Fischerbooten gemacht. Dazu gab es eine Menge Souvenirramschläden und einen Lebensmittelladen, der sogar norwegischen Kaffee und Sirup verkaufte. Zweimal marschierten wir dem Strand entlang von Las Playas Ingles nach Maspalomas. Wir kamen uns beide Male vor wie auf einer Radiowanderung, obwohl wir unser Bungalow vor neun Uhr morgens verlassen hatten. Zum Baden war es uns aber zu kalt und die die runden Steine, an welchen man ab und zu die Zehen anstiess, machten ein Bad auch nicht mehr einladend.
Versteht mich nun nicht falsch, des Lichtes wegen hat sich die Reise wirklich gelohnt und es war interessant, die Umgebung auszukundschaften, doch nächstes Mal fliegen wir an einen anderen Ort oder suchen uns auf alle Fälle eine Bleibe auf die andere Seite der Insel.

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Eine Antwort zu „2011, Bericht LXLII“

  1. tja.. die ander Siite hät nu schroffi, steili Felseküste, höchschtens vo Palma us links übere, obe nao Dörfer, aber vill meh Räge…übrigens Glück gha in Palma rägnets sehr oft, drum die viiiile Hotel ide “Wüeschti” Sö etzte no e gueti letschti Wuche und dänn fürs neue Jahr nume s’allerbescht …..mir vome schöne Tag und enre fiine Mondsichle womer aber de ganz Mond rötlich chan xseh…Wunderschön

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